Herzlich Willkommen zum Instrumentals & Covers Fokus.
Hier findet ihr fundierte Informationen zu allen Songs, seien sie instrumental oder gecovert, die aus Rand -und Einzelprojekten entsprungen sind und keinem Album und keiner EP zu zuordnen sind. Genau diese Songs sind alle auf einer virtuellen Internet-EP gesammelt worden, die den glorreichen Titel "Instrumentals & Covers" trägt und das hier ist der Informationsfokus. Eure Lula hat euch alles, was wissenswert und interessant ist zusammengestellt.

Dazu gibt es noch einige seltene Schnappschüsse vom Fotoshooting zum EP-Cover in schwarz/weiß. Vorerst gibt es eine kleine Übersicht mit Links zu Lyrics und Hörproben. Bitteschön.

01 Smells Like Teen Spirit
02 Hallelujah
03 Raining Blood
04 She's Like The Swallow
05 Lovesong
06 Summertime
07 Meine Engen Grenzen
08 The First Snowflakes
09 By The Waters
10 Silent Blue / Quietude
11 Organon - cantus firmus (a minor)
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Im Winter 2007 nahm Robert van Oz die Songs "The First Snowflakes" und "By The Waters" auf. Die völlig instrumentalen Klaviersuiten sollten musikalisch bestimmte Emotionsfelder für eine Dokumentation abdecken und wurden extra für diese komponiert. Die Dokumentation selbst handelt von Arbeitslosigkeit und begleitet einzelne Schicksale bei einem Versuch, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Unterstützt werden sie von Dozenten des Hamburger Instituts Rackow GmbH. Am 29.12.2007 erschien dazu ein langes Interview mit Robert van Oz über den Soundtrack im Stader Tageblatt. Interviewt wurde Robert von Nachwuchsjournalist Jan-Hendrik Mautsch.

Wenn du die Musik für eine solche Dokumentation beisteuerst, spielst du wahrscheinlich schon lange und intensiv Klavier. Wie lange genau?
Ich spiele nun schon seit sieben Jahren Klavier, das heißt seit meinem elften Lebensjahr. Bei mir fing das ganz normal mit klassischer Musik an, aber irgendwann wurde es mir zu langweilig, die Noten einfach nur nachzuspielen. Deswegen habe ich die Lieder ein bisschen verändert und neue Sachen ausprobiert. Ich habe mir Notenbücher gekauft und mir einige Sachen selber beigebracht. Immer wenn ich Zeit habe versuche ich Klavier zu spielen, manchmal bis zu fünf Stunden am Tag.
Wenn man dich jetzt auf der Straße treffen würde, würde einem wohl als letztes einfallen, dass du Klavier spielst. Stattdessen würde man dich eher in der Gitarrenecke vermuten. Wie kommt es dass du gerade Klavier spielst?
So denken viele, das stimmt. In meiner Freizeit höre ich auch viel Metal und Rock und kleide mich auch dementsprechend. Mich fasziniert diese Subkultur und auch der Okkultismus sehr. Ich denke, dass ich Klavier und nicht Gitarre spiele, liegt einfach daran, dass das Klavier vor meiner Faszination für Metal da war und ich mich davon nicht mehr trennen wollte. Schließlich ist das Klavier auch eine Art Therapie für mich, die mir hilft, Ereignisse in der Musik zu verarbeiten.
Kommen wir mal zur Dokumentation: Worum geht es da?
Die Dokumentation erzählt von Dozenten, die versuchen, Arbeitslose aus der Arbeitslosigkeit rauszuholen und ihnen zu helfen einen Job zu finden.
Wie lief das: Haben dir die Macher des Films Szenen geschickt und du solltest dazu etwas komponieren?
Nein. Soweit ich weiß, haben die den Film der Musik angepasst und nicht umgekehrt. Ich hatte lediglich die Vorgabe, mit Klaviermusik bestimmte Emotionsfelder abzudecken. Zum einen etwas Melancholisches und zum anderen etwas, das sich nach und nach aufbaut und Hoffnung macht.
Arbeitslosigkeit ist ja ein ernstes Thema. Hattest du beim Komponieren eine Geschichte aus deinem Bekanntenkreis oder etwas anderes im Kopf, das dir geholfen hat, dich in diese Menschen hineinzuversetzen?
Glücklicherweise hat in meinem direkten Umfeld keiner derartige Probleme. Aber ich hatte mal im "Spiegel" einen Bericht über eine Frau gelesen, die fünf Jahre arbeitslos war und über keinerlei Computerkenntnisse verfügte und keine Chance auf einen Job hatte. Das hat mich schon irgendwie schockiert, dass man aus diesen beiden Gründen keine Arbeit mehr bekommt, und das, obwohl sie eine von denen war, die wirklich Arbeit suchen und arbeiten wollen. Stattdessen wird sie einfach fallen gelassen und kann ihren Kindern nichts bieten. Diese Geschichte hatte ich beim Komponieren im Hinterkopf.
Bei dem Soundtrack agierst du eigentlich eher im Hintergrund. Würdest du mit deiner Musik auch gerne im Mittelpunkt des Geschehens stehen?
Ich sehe mich als den Künstler, der im Mittelpunkt steht. Trotzdem musste ich mich bei dem Soundtrack, wie du ja auch sagst, eher im Hintergrund halten. Wenn ich mich nach vorne gedrängt hätte und dann irgendwie herausgestochen wäre, hätte das den Film kaputt gemacht. Ich denke, dass man bei so einem Projekt zurückstecken muss, damit wirklich alles zueinander passt und auch am Ende gut wird.

Lula hat für euch den kompletten Artikel in einem SCAN aufbereitet!
Mehr über das Stück "Silent Blue / Quietude" im SILENT BLUE FOCUS inkl. der ganzen Entstehungsgeschichte.

Lula möchte als erstes wissen, warum Robert van Oz überhaupt Lieder covert und was ihn dazu bewegt!
Ich habe mir nie vorgenommen einen Song zu covern. Es ist einfach aus der Liebe und Hingabe zu einem Stück entstanden. Wenn man aktiv ein Musikinstrument spielt, dann brennt es einem irgendwann unter den Fingernägeln ein Lied, was einem sehr am Herzen liegt oder sehr nahe geht von seinen großen Vorbildern selbst zu spielen. Das habe ich dann irgendwann wie von selbst getan und so konnte ich Songs wie "Lovesong" von The Cure oder "Hallelujah" von Leonard Cohen selbst spielen. Dabei habe ich mir teilweise Partituroriginale besorgt oder vom Hören mir meine eigene Partitur geschrieben.
Was bedeutet das Covern oder Interpretieren für dich, was möchtest du damit ausdrücken und wie gestaltest du es?
Covern ist für mich in erster Linie rein egoistisch. Ich spiele diese Lieder, weil ich mich dann sehr gut fühle und ich in die Gefühlswelt anderer Interpreten hinein schauen kann und ich mich nicht mit meiner Welt beschäftigen muss. Darüber hinaus bedeutet das Covern für mich Ehrfurcht und das Zollen eines respektvollen Tributs an den Urheber - sei es Cohen oder Cobain. Aus einer rein musiktechnischen Sicht möchte ich auch aufzeigen, wie wandelbar ein Klavier ist, denn ich kann auch Thrashmetal wie "Raining Blood" oder Grunge wie "Smells Like Teen Spirit" auf dem gleichen Instrument spielen. Mir geht es beim Covern nicht um ein bloßes Kopieren der Originalatmosphäre und Originalemotionalität, sondern um meine eigene Auffassung von dem Lied und um das, was mir das Lied von sich mitteilen konnte.
Für Instrumentalstücke gibt es ja logischerweise keinen Text. Wie kompliziert ist es, ohne auch nur ein Wort eine Geschichte in einem deiner instrumentalen Lieder zu erzählen und eine Botschaft rüberzubringen?
Kompliziert ist es keineswegs. Es ist lediglich beim Komponieren/Songwriting ein völlig anderer Prozess, der da vor sich geht. Teilweise ist es sogar freier und lebendiger, weil du nicht darauf achten musst, dass eine bestimmte Silbe gut auf den Takt fällt. Beim Texten ist das Metrum und der Rhythmus ja sehr wichtig. Diese Schwierigkeit fällt hier weg. Wenn ich etwas spiele, dann fühle ich das und es fließt irgendwie und irgendwo mit in die Komposition ein. Ich kann keine Garantie dafür geben, dass jeder beim Hören eines instrumentalen Stückes erfährt, worum es geht oder woran ich dachte. Ich lasse mein Klavier für mich sprechen und ich bilde Formen und Geschichten mit Klängen. Das Lied "The First Snowflakes" ist eine direkte Nachzeichnung von tanzenden Schneeflocken in leichtem Wind, wobei ich mein Stück "By The Waters" als sehr geometrisch empfinde. Aber das geschieht alles auf einer sehr subjektiven Ebene, auf die man sich auch als Hörer einlassen muss.
Wie bist du darauf gekommen einen cantus firmus zu verfassen und warum heißt er "Organon"?
Es ist ein witziges Experiment gewesen. Ich wollte schon immer mal barock komponieren, was bedeutet, dass ich mich an kirchliche Kompositionsvorgaben halten musste. Zur Barockzeit wäre ich vors Inquisitionsgericht gekommen, hätte ich Sekunden auf der ersten Zählzeit geschrieben. Letztendlich sind es tatsächlich Sekunden auf den ersten Zählzeiten und eine Menge "satanische" Quarten sind auch dabei. Der Titel "Organon" bedeutet soviel wie Werkzeug. Es gibt ein Werk von Aristoteles und auch ein Organon der Heilkunst. Es geht um theoretische Werkzeuge und genauso war es bei dieser Komposition des kleines cantus firmus ebenfalls. Im Grunde ist es nur ein reines Rechnen und Bestimmen des Abstandes zwischen Ober -und Unterstimme. Es war sehr witzig, einmal relativ unkreativ zu komponieren. Die Barockzeit ist kompositorisch letztlich nichts für mich.

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